Borkenkäfer verlassen Winterquartiere

Sobald die Temperaturen in Sachsen wieder steigen und die Tage im Frühjahr länger werden, erwachen Borkenkäfer und andere Schadinsekten aus der Winterruhe und schwärmen auf der Suche nach...

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Sobald die Temperaturen in Sachsen wieder steigen und die Tage im Frühjahr länger werden, erwachen Borkenkäfer und andere Schadinsekten aus der Winterruhe und schwärmen auf der Suche nach neuen Brutbäumen aus. Für Waldbesitzer und die im Wald arbeitenden Menschen bedeutet das viel Arbeit und aufmerksames Handeln: gefährdete Waldbäume werden jetzt intensiv auf frischen Insektenbefall kontrolliert. Die frisch befallenen Bäume müssen gefällt und aus den Wäldern abgefahren oder im Wald unschädlich gemacht werden, bevor die neue Käfergeneration diese verlässt.

Schäden und Sanierung auf Rekordniveau

Im Vergleich zum Rekordjahr 2019 sind die Schadholzmengen in Sachsen – vor allem bei der Baumart Fichte – im Jahr 2020 etwas zurückgegangen (von rund 2,2 auf 1,8 Millionen Kubikmeter). Dieser Trend wurde durch die ge-meinsamen Anstrengungen der Waldbesitzer und ihren Zusammenschlüs-sen sowie der Forstbehörden und Forstunternehmer erreicht. Positiv wirkten sich auch günstigere Witterungsbedingungen (mehr Niederschlag) in einigen Regionen Sachsens aus. Dennoch ist die Situation in den sächsischen Wäldern immer noch sehr angespannt: Schäden durch Borkenkäfer befinden sich weiterhin auf einem historisch hohen Niveau. Gleichzeitig haben die Schäden bei Kiefern und Laubbäumen besonders im Hügel- und Tiefland durch die immer noch zu geringen Wasservorräte in den Böden weiter zugenommen.

Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfe zur Selbsthilfe für Waldbesitzer

Waldbesitzer können gemeinsam handeln und sich für eine gemeinschaftliche Bewirtschaftung ihrer Flächen zu sogenannten Forstbetriebsgemeinschaften zusammenschließen oder sich bestehenden anschließen. Der Zusammenschluss bringt für die Waldbesitzer vielerlei Vorteile: Zum einen kann teure Forsttechnik auf allen Flächen gemeinsam genutzt werden. Zum anderen können durch die gebündelte Vermarktung des Holzes bessere Preise erzielt werden. Waldwege können über Eigentumsgrenzen hinweg unkompliziert gebaut und unterhalten werden. Die Pflanzenbestellung beispielsweise für die Wiederaufforstung kann zentral organisiert werden. In Sachsen agieren derzeit 22 Forstbetriebsgemeinschaften mit insgesamt rund 1.650 Mitgliedern und einer zusammengeschlossenen Fläche von etwa 51.300 Hektar.
Waldbesitzer und Forstbetriebsgemeinschaften können sich zu allen Fragen der Waldbewirtschaftung und Schadensbewältigung von den Revierleitern von Sachsenforst kostenlos beraten lassen. Sachsenforst bietet für Waldbesitzer im Rahmen der Aus- und Fortbildung auch fachliche Veranstaltungen (z.B. Waldbesitzerschulungen zu aktuellen Themen) an. Diese können jedoch aufgrund der Corona-Beschränkungen nur sehr eingeschränkt oder als Videokonferenz durchgeführt werden. Über die weiteren Möglichkeiten der Unterstützung vor Ort informiert die Waldbesitzer der zuständige Revierleiter.

Was sollten Waldbesitzer jetzt tun?

– Mit dem Beginn des Schwärmens ihre Wälder in den nächsten Monaten intensiv auf frischen Befall durch Borkenkäfer und andere Schadinsekten kontrollieren. Beson-ders gefährdet sind die sehr anfälligen Reinbestände aus Fichten, Kiefern oder Lär-chen, in denen bereits im Vorjahr Befall aufgetreten ist.
– Bei frischem Befall sofort handeln. Solange die Entwicklung der Larven noch nicht abgeschlossen ist, können mechanische Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
– Die befallenen Bäume fällen und die Stämme so schnell wie möglich aus dem Wald bringen, um den Ausflug der neunen Käfergeneration und damit ein Übergreifen auf gesunde Bäume und das Absterben ganzer Waldgebiete zu verhindern.

Den richtigen Ansprechpartner bei Sachsenforst finden Waldbesitzer in der Förstersuche.

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