„Hexenbrennen“ 2019

In den Abendstunden des 30. April 2019 fanden, wie alljährlich, die Brauchtumsfeuer, auch Hexenfeuer genannt, statt. In den Landkreisen Bautzen und Görlitz verliefen diese, aus polizeilicher Sicht, ohne...

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In den Abendstunden des 30. April 2019 fanden, wie alljährlich, die Brauchtumsfeuer, auch Hexenfeuer genannt, statt. In den Landkreisen Bautzen und Görlitz verliefen diese, aus polizeilicher Sicht, ohne größere Störungen.

Insgesamt nahmen die Polizisten zehn Anzeigen wegen Körperverletzungsdelikten, eine Diebstahlsanzeige, eine versuchte Sachbeschädigung sowie einen Verstoß wegen Abgabe alkoholischer Getränke an Minderjährige auf.

Im Rahmen der Einsatzmaßnahmen zum Hexenbrennen sicherten die Beamten der Polizeidirektion Görlitz die anlassbezogenen Veranstaltungen in den Landkreisen ab. Sie führten eine Vielzahl von Personenkontrollen sowie Fahrzeugkontrollen durch.

Die eingesetzten Beamten beschäftigten sich beispielsweise mit folgenden Sachverhalten:

Bereich Polizeirevier Bautzen:

Im Bautzener OT Burk, auf der Stadtpromenade am Hexenfeuer, kam es am späten Dienstagabend zu einer gefährlichen Körperverletzung. Ein Mann schlug einen Jugendlichen mit einem Schlagring ins Gesicht. Hier nahmen die Polizisten eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung von Amts wegen auf.

Auf dem Bautzener Holzmarkt bewarfen in der Nacht zu Mittwoch zwei Männer (20/28) einen 46-Jährigen mit Steinen, wodurch dieser eine Kopfplatzwunde erlitt. Die Beamten nahmen auch hier die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung gegen die jungen Männer auf.

Bereich Polizeirevier Kamenz:

Im Bereich des Polizeireviers Kamenz kam es in der Nacht zu Mittwoch zu keinen nennenswerten Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Lediglich am Mittwochmorgen meldeten Anwohner an der Schillerstraße in Radeberg zwei randalierende junge Männer.

Die Zwei sorgten während der Morgendämmerung für Aufsehen, da sie verschiedene Schilder einer Baustelle zu Boden warfen. Polizeibeamte machten die Vandalen (20/21) kurze Zeit später ausfindig. Atemalkoholtests verdeutlichten die Trunkenheit der beiden. Umgerechnet 1,0 und 1,1 Promille veranschaulichten die vorangegangene berauschende Nacht. Die Kriminalpolizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts einer Sachbeschädigung eingeleitet.

Bereich Polizeirevier Hoyerswerda:

Mehrere Jugendliche aus Welzow versuchten in der Nacht zu Mittwoch den Maibaum in Klein Partwitz zu beschädigen. Die Maibaumwache konnte dies unterbinden. In diesem Zusammenhang kam es zu körperlichen Auseinandersetzungen. Die Kriminalpolizei ermittelt.

In Königswartha, im Ortsteil Wartha wurden in der Dienstagnacht mehrere Besucher des Hexenbrennens von einer Gruppe aus etwa sechs Tätern angegriffen und dabei leicht verletzt. Zu einer weiteren Körperverletzung kam es wenig später, als ein Besucher des Festes von drei Personen geschlagen wurde, welche mit einem Fahrzeug am Tatort erschienen. Die Polizei nahm die Ermittlungen zu den Straftaten auf.

Bereich Polizeirevier Görlitz:

In Girbigsdorf gerieten an der Holtendorfer Straße am frühen Mittwochmorgen mehrere junge Herren in einen Disput. Zwei miteinander streitende Gruppen, bestehend aus je drei Männern, schlugen schließlich aufeinander ein. Die Beteiligten trennten sich jedoch, bevor alarmierten Polizisten eintrafen. Schwerwiegend verletzt wurde niemand. Die Kriminalpolizei hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Ein angetrunkener 14-Jähriger (1,1 Promille) schrie in der Nacht zu Mittwoch in Uhsmannsdorf am Bahnhof laut herum und soll nach Zeugenangaben auch „Heil Hitler“ gebrüllt haben. Von zwei unbekannten Personen bekam er vermutlich dafür Schläge ins Gesicht. Die Beamten ermitteln nun sowohl gegen die zwei Schläger wegen Körperverletzung und gegen den Jugendlichen wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole (§ 86 a StGB).

Polizeirevier Zittau:

Am Olbersdorfer See, auf der Tanzfläche, kam es in der Nacht zu einem Streit zwischen einen 17-Jährigen und einer Gruppe von Jugendlichen. Der Heranwachsende sprühte mit einem Pfefferspray. Dabei erlitten drei Personen (15/18/24) aus der Gruppe leichte Augenreizungen und mussten ärztlich behandelt werden. Die Polizisten ermitteln nun gegen den 17-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung.

Polizeirevier Weißwasser:

Auf dem Gelände einer Tankstelle in Weißwasser erregten circa 50 Personen nach Beendigung des Hexenbrennens in den frühen Morgenstunden die Aufmerksamkeit der Polizei. Verschiedene Umstände deuteten darauf hin, eine Auseinandersetzung innerhalb der Gruppe stehe unmittelbar bevor. Hinzueilende Beamte vermittelten und redeten deeskalierend auf die Anwesenden ein. Sie beruhigten so die Situation. Eine Strafanzeige wegen des Verdachts einer Körperverletzung zum Nachteil einer Frau nahmen die Ordnungshüter auf. Sie soll durch einen einzelnen Mann geschlagen worden sein.

Ebenfalls nahmen die Polizisten eine versuchte Sachbeschädigung auf. Im Verlauf dieser Maßnahme störte jedoch ein 13-Jähriger die Beamten erheblich. Er entwendete von einem Funkstreifenwagen eine Ventilkappe eines Reifens und ließ etwas Luft ab. Die Beamten nahmen sich seiner an und übergaben das Kind an seine Erziehungsberechtigten. (tj) (pm)

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